Freitag, 15. September 2017
BPS und Freundschaften
Ich wollte heute über einen Aspekt der Borderlinepersönlichkeitsstörung schreiben.

Ein verbreiteter Aspekt unter BPS Betroffenen ist der Verschleiß von Sexualpartnern.. ja, das leidige alte Thema. Nur geht es hierbei nicht um mich – hierbei geht es schon lange nicht mehr um mich – sondern um eine.. ich sag mal gute Bekannte. Eigentlich kennen wir uns schon seit knapp 10 Jahren, sie war damals 14 und ich 16/17. Wir konnten uns gegenseitig nicht ausstehen, wobei sie mich noch weniger als ich sie, was mich damals zusätzlich ziemlich gekränkt hat. Whatever, heute, 2017, folge ich ihr auf Instagram (Oh, meine Beziehung zu solchen Netzwerken ist sowieso speziell) und vor einigen Wochen hatte sie mich registriert. Als ich gelesen habe, dass sie bald in der Nähe sein wird, habe ich sie mal angeschrieben und wir haben ausgemacht uns zu treffen. War dann innerhalb von 2 Wochen 2 mal bei ihr. Was seltsam war, weil wir uns wie gesagt eigentlich schon ziemlich lange „kennen“. Habe mich auch beide Male danach etwas unsicher gefühlt –

bah und jetzt wurde ich ausgebremst. Schreibe später weiter. Dann mit klarem Kopf.

So, da bin ich wieder.

Nicht, dass die Treffen scheiße waren, wir haben uns eigentlich ziemlich gut verstanden und sehr viel miteinander geredet. Was will man bei zwei Treffen auch erwarten, wir haben uns ja auch eigentlich gerade erst wirklich kennen gelernt. Danach haben wir auch noch ein paar Worte über WhatsApp gewechselt, auch hier habe immer ich sie angeschrieben. Ich glaube auch gar nicht, dass sie mich nicht mag, eher, dass sie einfach nichts weiter mit mir anfangen kann. Aber nicht weil ich so langweilig bin, eher, weil sie sich fast nur auf Männer einlassen kann. Sie ist mehr an dem romantischen Aspekt interessiert als an allem anderen, etwas das ich ihr in dem Ausmaße natürlich nicht geben kann.

Die zwei Treffen sind nun auch schon wieder 6/7 Wochen her. Zwischenzeitlich gibt es auch wieder einen neuen Kerl, der gerade primär interessant für sie ist. Bei ihr gibt es aber auch immer einen Kerl der gerade ihr primäres Interesse auf sich zieht.

Und ich finde es so unglaublich schade. Ich habe wirklich nicht viele Freunde und das will ich auch gar nicht. Die meisten Menschen hasse ich nun mal. Aber wenn jemand meines Erachtens nach etwas hervorsticht, dann bemühe ich mich auch darum diesen Menschen kennen zu lernen. Ich denke L. hat so sympathisch auf mich gewirkt, weil ich einige Parallelen zu mir erkenne. Auch der Verschleiß von Männern – welcher mittlerweile wie bereits angedeutet meiner Vergangenheit angehört – gehört dazu. Und ich wollte ihr zeigen, dass man auch intensive Freundschaften führen kann, die nicht auf sexueller Basis beruhen.

Vielleicht hätte ich mich mehr reinhängen sollen. Vielleicht sollte ich mich noch mehr reinhängen. Mein Problem ist nur, dass ich mich wirklich schnell aufrege. Wenn sie wie jetzt zum Beispiel wieder einen neuen Kerl hat, den sie gerade erst über Tinder kennengelernt hat und nun schon eine ganze Woche mit ihm verbracht hat.

Hm, ich glaube dann heißt es für mich an der Stelle sich in Geduld zu üben und den Kontakt zumindest erst mal aufrecht zu erhalten. Ich sollte mich gar nicht von unsinnigen Emotionen überwältigen lassen á la „Sie interessiert sich eh einen Dreck für mich, dann soll sie doch mit ihren Typen glücklich werden, was sie nie werden wird und für mich ist das Thema erledigt.“. Wobei mir gerade auffällt, dass dies auch eine Gemeinsamkeit von uns beiden ist, denn genau so aktionär handelt sie oft mit ihren Kerlen. ;)

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Mein Kommentar - off topic
Schön - dass Ihr euch getroffen habt und miteinander geredet habt. Das war eine reife Leistung.

Ich bin nicht BPS - aber ich habe das nicht fertig gebracht.

Ich habe vor mehr als 20 Jahren einen Techniker in unserer Firma beleidigt. Es war meine Schuld, und es war unnötig. Seit dieser Zeit ist der Mann auf mich zornig.
Er kam öfters als Service-Techniker in meinen Bereich, er hatte mit der Sache nicht abgeschlossen.

Bei einem externen Training habe ich mit einem Trainer (Psychologen) darüber gesprochen. Er meinte, ich solle doch zu dem Mann hingehen, mit ihm über diese blöde Sache reden, so auf eine Art - ihn um Vegebung bitten,... Ich konnte es nicht!

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Nunja, wir konnten uns damals gegenseitig nicht ausstehen, weil wir uns zu ähnlich waren - vor allem in unseren Problemen. Dabei sehe ich aber, gerade heute, ein enormes Freundschaftspotenzial. Sie scheinbar nicht, weil sie so fixiert auf sexuelle Beziehungen ist.
Dazu muss ich halt auch sagen, dass ich schnell wütend werde wenn ich dieses Verhalten an ihr beobachte. Vermutlich, weil es mich an mein eigenes ehemaliges Verhalten erinnert, mit dem ich sehr unzufrieden und unglücklich war. Das muss ich eben selbst lernen zu differenzieren.

Darf ich fragen, warum du das nicht konntest? Zu dem Mann hingehen und diese Sache klären? Ich stelle es mir ehrlich gesagt anstrengender vor eine solche Sache die solche Spannungen verursacht im Raum stehen zu lassen als sie zu klären?

Liebe Grüße

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Mittlerweile sind alle beteiligten Personen in der Rente.

Auch damals war es für mich nicht einfach, diesen Mann zu treffen. Ich hätte ihn anrufen und um ein Gespräch ersuchen müssen.

Es wäre mir äußerst unangenehm gewesen, diesen Weg zu beschreiten. Ich hätte ihn bei einem zufälligen Treffen vor der versammtelten Mannschaft auf die Sache ansprechen können. Da weiß man vorher nie, was da herauskommt, wie er das auffasst. Ich schätze, das hätte die Sache nicht besser gemacht, er hätte es möglicherweise falsch interpretiert und als neue Beleidigung empfunden.

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